Hallo!
Der Erfolg der Implementierung von intelligenten Assistenzlösungen für Gesundheit, Pflege und Soziales hängt stark mit der Bereitschaft und Nutzungsmöglichkeit speziell von Mitarbeiter:innen zusammen.
Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Welche Maßnahmen haben Sie getroffen, damit Mitarbeiter:innen die Einführung mtigetragen und nicht boykotiert haben?
Was hat gut funktioniert?
Was würden Sie das nächste mal anders machen?
Welche Skills haben Sie noch geschult?
Welche Skills sollten vermehrt geschult werden?
LG
Martin Morandell
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Neben meiner Rolle als Generalsekretär für Digital Healt and Care Austria bin ich u.a. in Forschung und Lehre tätig.
Hallo Martin,
Ich bemerke einen deutlichen unterschied zwischen meinen Einzelfallberatungen und der Organisationsberatung und mache die "readyness" sehr stark am Problem- bzw. Zielbewusstsein fest. Das scheint mir durch die Techniktheorie (Latour - Akteur-Netzwerk-Theorie - https://wiqqi.de/topic/techniktheorie) auch gut begründbar.
- Was immer funktioniert ist Storytelling: Wenn Erfahrene User ausgewogen über den Nutzen und die Pain-Points berichten. Und im Anschluss daran frei steht, eine Technologie auch auszuprobieren - oder auch nicht.
- Manchmal ist es gut, die "Veränderer" und die "Bewahrer" zu trennen - beide Gruppen sind wichtig: Die einen Sorgen für innovation - und die anderen schützen davor, dass ein System kippt. Sie brauchen aber ihre eigene Geschwindigkeit uns Sprache.
- Implementierungen sind für mich oft zu schnell und zu dicht. Ich denke wir benötigen neue, kurzfristige Wissensformate. "jetzt nochmals das 30-Sekunden-Video": Wie geht das? ist oft wichtiger als eine Halbtagesveranstaltung. Hier auf die Lerngeschwindigkeit und vor allem die Prozesse der Kolleginnen zu achten scheint mir manchmal zu kurz zu kommen.
- Ich verstehe die Kritik an den Begriffen der Skills/Kompetenzen in einigen Kontexten sehr gut, wenn gesagt wird, dass dieses Wording dazu führt, dass das Problem bei den Menschen gesucht wird. Deshalb die Kritische Frage: Welche Skills braucht die Organisation - welche Strukturen und Prozesse, damit Mitarbeitende und Technik in die gleiche Richtung arbeiten können und wollen? Technisierung und Digitalisierung begreife ich als Professionalisierung: Wenn die Profession die Strukturen, Prozesse und Ergebnisse/Ziele regelgeleitet festsetzen kann (und im individuellen Einzelfall auch aufheben kann), dann gelingt die Technisierung/Digitalisierung im Einklang mit der Profession. Diese Form der Doppelten Handlungslogik - das notwendige abweichen vom Standard - ist aber oft weder strutkurell noch Kulturell möglich. Das scheint mir ein wiederkehrendes Erfolgshemmnis zu sein.
Herzliche Grüsse
Josef