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Interview mit Uli Waibel

Lieber Uli, nach fast 100 Vorstandssitzungen wird es komisch sein, dass diese ohne dich stattfinden. Obwohl du schon in Pension bist, hast du uns noch im Vorstand aktiv mit Deiner Erfahrung und Deinem Wissen unterstütz – Danke vielmals dafür. 

Der jetzige Verein Digital Health and Care Austria – Innovationsplattform Intelligente Assistenz für Gesundheit, Pflege und Soziales hat seine Wurzeln im Jahr 2011. Wie ist es damals dazu gekommen, dass der Verein gegründet wurde – an was kannst du dich noch besonders Erinnern?

  • Bereits 2006 habe ich mit meinem Beratungsunternehmen Innovendo den ersten Auftrag vom damaligen Infrastrukturministerium BMVIT erhalten, die Rahmenbedingungen für ein künftiges österreichisches AAL-Programm zu sondieren, das dann Ende 2007 unter dem Namen benefit gestartet worden ist. 

Nach zahlreichen weiteren Projekten für FFG, BMVIT und die AAL-Association wurde ich 2011 vom BMIVT beauftragt, die Rahmenbedingungen für eine AAL-Plattform zu evaluieren und darauf aufbauend eine Plattform zu gründen, die dann auch am 14.03.2012 in der Gründungsversammlung als gemeinnütziger Verein ins Leben gerufen wurde. Mit Michaela Fritz, die den Life Sciences beim AIT vorstand, wurde eine hervorragend geeignete Präsidentin gefunden, an die ich alle meine Vorarbeiten und Agenden übergeben konnte.

In der 7. Vorstandssitzung im Dezember 2012 wurde aufgrund des Arbeitsaufwandes beschlossen, ein Generalsekretariat für die operativen Tätigkeiten einzurichten; damit ist der Verein dann an mich herangetreten – sozusagen um die Suppe, die ich dem Vorstand mit dem Plattform-Konzept und den Statuten eingebrockt hatte, auch selber wieder auszulöffeln 😉 

Was damals besonders auffiel: Es gab ein reges Interesse der Stakeholder für so eine Plattform und es brauchte keine allzu große Überredungskunst, die Gründungsmitglieder zur Mitarbeit zu motivieren und einen handlungsfähigen Vorstand zusammenzustellen. Durch meine diversen Studien davor hatte ich auch keine Mühen, die Schlüsselspieler zu identifizieren – es fiel eins ins andere – die Zeit war offensichtlich reif für diese Plattform und es hat großen Spaß gemacht, die Plattform zu gründen – und sie dann danach auch weiterzutreiben.

Wenn du die Community mit 3 Eigenschaften beschreiben würdest – was zeichnet uns aus?

  • Über die Jahre ist doch so etwas wie eine Gemeinschaft entstanden unter den diversen Spielern/Stakeholdern – nicht zuletzt durch die Bemühungen der Plattform. Die drei Haupteigenschaften der Community würde ich mit innovativ – dialogorientiert – beharrlich umschreiben.
     

Was ist für dich eines der WOW-Ergebnisse im AAL und Digital Health and Care Bereich?

  • Im negativen Sinn: Dass es so lange dauert, bis die Zielgruppe die Produkte annimmt und dass dadurch viele interessante Projekte und innovative Unternehmen auf der Strecke geblieben sind, weil ihnen die Luft auf dem Weg in den Markt ausgegangen ist.
  • Im positiven Sinn: Dass wir nach diesen vielen Jahren der Bemühungen doch langsam auch Erfolge im Markt sehen und dass es auch innovative Unternehmen gibt, die das Tal der Tränen durchschritten haben!

An welches Erlebnis erinnerst du dich gerne mit einem Schmunzeln zurück?

  • Aus Budgetgründen konnten wir uns keine professionelle Moderation mehr für unsere Praxiskonferenz leisten und so sprang ich notgedrungen selber ein. Wenn man auch gleichzeitig Organisator ist und sich darum kümmern muss, dass alles gut läuft, ist die Moderation eine zusätzliche Herausforderung – und so war ich beim ersten Mal ziemlich nervös. Es hat dann aber überraschend viel Spaß gemacht, als ich gemerkt hatte, dass man mit dem Publikum auch in einen Dialog treten konnte.

Was wünscht du den Verein für die Zukunft?

  • Dem Verein wünsche ich weiterhin die Kraft, „dicke Bretter zu bohren“ sowie eine gesicherte finanzielle Basis für die nächsten Jahre, denn es gibt noch viel zu tun, bis möglichst viele Menschen in guter Lebensqualität alt werden können.

Nach so vielen Jahren mit „Best-Aging“ – „Silver-Surfers“  – „Go-Goes & Slow-Goes” und Active-Ager als tägliches Thema, was darf Dir die nahe Zukunft bringen? 

  • Da ich ja nun selbst einer dieser „Ager“ bin, darf mir die nahe Zukunft eine stabile Gesundheit bringen, insbesondere dass mein neues Knie gut heilt und mich bei meinen Aktivitäten wie Segeln, Reisen, Wandern und Fotografieren wieder gut trägt!